Gegen ein System ohne Zukunft - Für eine klimagerechte Welt
Die Klimakrise spitzt sich zu, und dennoch wird in Deutschland munter neue fossile Infrastruktur auf den Weg gebracht. Neue Terminals, Pipelines und Gaskraftwerke werden gebaut, als gäbe es kein Morgen mehr. Mit Milliarden an öffentlichen Geldern entsteht ein fossiler Lock‑in, der Emissionen für Jahrzehnte festschreibt. Was als Übergang verkauft wird, ist in Wahrheit ein Festhalten an einem kapitalistischen System, das unsere Zukunft zerstört. Gas ist kein Ausweg. Gas ist das Problem.
Die Energiepolitik unter Katharina Reiche folgt nicht mal zum Schein dem Ziel einer sozial‑ökologischen Erneuerung. Sie folgt der Logik von Standortinteressen, Aufrüstung und der Fortschreibung fossiler Abhängigkeit, und damit einer Logik, die Menschen und ihre natürlichen Lebensgrundlagen als verwertbare Bestandteile eines fossilen Systems behandelt. Die geplanten Kraftwerke braucht kein Mensch und sie sind nicht einmal für die Energiekonzerne tragfähig. Ohne massive staatliche Zuschüsse, also ohne unser aller Geld, würden sie niemals niemals ans Netz, schlicht weil sie nicht rental sind. Während Konzerne staatliche Unterstützung im Übermaß erhalten, bleiben diejenigen auf den Kosten sitzen, die am wenigsten davon profitieren: steigende Preise, soziale Unsicherheit, wachsende Ungleichheit werden weiter verstärkt. Die Politik stabilisiert ein System, dem das Krisenhafte inhärent ist und das nur durch immer neue fossile Investitionen künstlich am Leben gehalten wird.
Der fossile Rollback, also das Zurückkehren zu überwundenen geglaubten Öl- und Gasabhängigkeiten, ist nicht nur ein ökologisches Problem. Er ist ein zentraler Pfeiler geopolitischer Gewalt, militärischer Eskalation und globaler Ungerechtigkeit. Der aktuelle Krieg im Iran zeigt erneut, wie fossile Abhängigkeiten Konflikte anheizen und politische Entscheidungen verzerren. Energieversorgung, Einflusszonen und Handelsrouten werden militärisch abgesichert, während ganze Regionen durch Extraktivismus, Krieg und Klimafolgen verwüstet werden. Diese Dynamik zerstört Lebensgrundlagen, vergiftet Böden, vertreibt Menschen – und sie wird durch ein fossiles System weiter angetrieben, das Gewalt und Ungleichheit strukturell reproduziert.
Doch in all dem liegt auch etwas anderes: die Möglichkeit, uns nicht damit abzufinden. Die Möglichkeit, uns gegenseitig zu versprechen, uns gegen ein System zu wehren, das uns vereinzelt und entmutigt – und uns daran zu erinnern, dass Veränderung dort beginnt, wo Menschen sich zusammen tun für eine lebenswerte Zukunft, die nicht auf der Ausbeutung anderer beruht.
Widerstand ist kein abstraktes Prinzip. Er beginnt dort, wo wir uns gegenseitig ernst nehmen, wo wir uns Mut zusprechen, wo wir uns daran erinnern, dass wir nicht einfach hinnehmen müssen, was uns als unvermeidlich dargestellt wird. Darum kommt mit uns zu Ende Gelände 2026, zum Camp und zu vielfältigen Aktionen um uns gemeinsam dem Gasausbau zu widersetzen und im Miteinander neue Formen einer anderen Welt zu leben.
Mit unseren Körpern werden wir Gaskraftwerke, Infrastruktur und andere Orte der Zerstörung blockieren, um den Interessen der Konzerne entschlossen etwas entgegenzusetzen. Denn gerade jetzt lässt sich der geplante Ausbau noch verhindern. Unsere Aktionen zeigen ein vielfältiges, kreatives und solidarisches Bild, das deutlich macht, dass eine andere Welt möglich ist.
Klimagerechtigkeit entsteht nicht von selbst. Sie entsteht in dem gegenseitigen Versprechen, widerständig zu sein gegen ein System, dass uns keine Zukunft lässt.
Save the dates
Anreise: 27. Mai
Aktionstage: 28.-30. Mai
Groß-Demo: 30. Mai
Abreise: 31. Mai